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Eine minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit bei chronischen Knieschmerzen
Kniearthrose gehört weltweit zu den am stärksten einschränkenden Erkrankungen und betrifft weltweit über 250 Mio. Menschen, also 4% der Weltbevölkerung.
Ein künstliches Knie (Totalendoprothese) stellt die letzte Behandlungsmöglichkeit zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung bei Kniearthrose dar.
Patienten mit Osteoarthrose (Abnützung der Gelenke) leiden häufig über lange Zeiträume unter chronischen Schmerzen.
Für bis zu 60% der Patienten mit arthrosebedingten Knieschmerzen ist der Kniegelenkersatz aufgrund vieler Faktoren, die die Operation hinauszögern oder gar unmöglich machen können, nicht unbedingt die Behandlungsoption der Wahl.
Weiters können die Schmerzen auch nach einer erfolgten Implantation einer Kniegelenksprothese weiter andauern.
Chronische Schmerzen im Kniegelenk müssen nicht durch eine Operation oder nur durch starke Schmerzmedikamente behandelt werden.
Es steht durch die Radiofrequenztherapie der Genicularnerven eine wirksame minimalinvasive Behandlungsoption zur Verfügung, die eine schnelle Linderung der Beschwerden ermöglichen kann.
Was ist eine Radiofrequenztherapie?
Die Radiofrequenztherapie ist ein minimalinvasives, ambulantes Verfahren zur Behandlung chronischer arthrosebedingter Knieschmerzen.
Dabei werden jene kleinen Nervenäste gezielt behandelt, die Schmerzsignale vom Kniegelenk weiterleiten. Unter Ultraschallkontrolle wird eine spezielle Behandlungskanüle präzise an die betreffenden Nervenäste geführt. Durch kontrollierte Radiofrequenzenergie wird deren Fähigkeit zur Schmerzleitung vermindert.
Die Arthrose selbst wird dadurch nicht beseitigt.
Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen möglichst deutlich zu lindern und dadurch die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag zu verbessern.

Für wen kommt die Radiofrequenztherapie infrage?
Die Behandlung kann insbesondere erwogen werden bei:
- chronischen arthrosebedingten Schmerzen des Kniegelenks,
- unzureichender Wirkung bisheriger konservativer Behandlungen,
- anhaltendem Bedarf an Schmerzmedikamenten,
- noch nicht gegebener oder nicht gewünschter Indikation für einen Gelenkersatz,
- erhöhtem Operationsrisiko,
- fortbestehenden Schmerzen nach Implantation einer Kniegelenksprothese.
Ob die Behandlung im individuellen Fall medizinisch sinnvoll ist, wird im Rahmen einer fachärztlichen Untersuchung geklärt.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Behandlung erfolgt in drei aufeinander abgestimmten Schritten.
1. Fachärztliche Privatordination
Zunächst werden die Beschwerden, vorhandene orthopädische Befunde und Röntgenbilder sowie relevante Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation beurteilt.
Dabei wird geklärt, ob die Radiofrequenztherapie medizinisch sinnvoll ist und welche individuellen Behandlungsrisiken zu berücksichtigen sind. Außerdem werden der Ablauf, mögliche Behandlungsalternativen und die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen besprochen.
Bitte zur Erstordination mitbringen
- allfällige orthopädische Befunde,
- Röntgenbilder oder einen Code zum Ansehen der Röntgenbilder des zu behandelnden Kniegelenks,
- eine vollständige Medikamentenliste,
- eine Liste relevanter Vorerkrankungen.
2. Ultraschallgezielte Probeinjektion
Bei einer diagnostischen Nervenblockade werden die betreffenden Nervenäste unter Ultraschallkontrolle mit einer kleinen Menge Lokalanästhetikum vorübergehend betäubt.
Kommt es dadurch zu einer deutlichen vorübergehenden Schmerzlinderung, spricht dies dafür, dass die betreffenden Nervenäste an der Entstehung der Beschwerden beteiligt sind und die anschließende Radiofrequenztherapie zielführend sein kann.
3. Radiofrequenztherapie
Bei entsprechender Wirkung der Probeinjektion kann die eigentliche Radiofrequenztherapie durchgeführt werden.
Die Behandlung erfolgt ambulant unter Ultraschallkontrolle. Die Punktionsstellen werden sorgfältig desinfiziert und lokal betäubt. Anschließend werden die zuvor getesteten Nervenäste nacheinander gezielt mit Radiofrequenzenergie behandelt.
Eine Vollnarkose oder ein Krankenhausaufenthalt sind in der Regel nicht erforderlich.
Fragen und Antworten
Wie lange dauert die Behandlung?
Die eigentliche Radiofrequenzbehandlung eines Nervenastes dauert nur wenige Minuten. Am Kniegelenk können mehrere schmerzleitende Nervenäste behandelt werden.
Für den gesamten Termin einschließlich Vorbereitung, Behandlung und Nachbeobachtung sollten bis zu 90 Minuten eingeplant werden.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Im Gegensatz zu einer Operation ist kein Hautschnitt erforderlich. Die Punktionsstellen werden lokal betäubt.
Nach der Behandlung können im Bereich der Punktionsstellen vorübergehend leichte bis mäßige Beschwerden auftreten. Diese lassen sich in der Regel mit herkömmlichen Schmerzmitteln behandeln.
Wie bald kann ich nach der Behandlung nach Hause gehen?
Nach einer kurzen Überwachungszeit können Sie die Ordination in der Regel wieder verlassen.
Bis 24 Stunden nach dem Eingriff dürfen Sie nicht selbst Auto fahren oder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
Wann kann ich meine normalen Tätigkeiten wieder aufnehmen?
Welche Schonung erforderlich ist, hängt von der individuellen Situation ab. In der Regel können gewohnte Tätigkeiten des Alltags nach einigen Tagen wieder aufgenommen werden.
Ab wann ist mit einer Schmerzlinderung zu rechnen?
Eine erste Schmerzlinderung kann sich im Verlauf der ersten Tage bis Wochen nach der Behandlung entwickeln.
Ausmaß und Dauer der Wirkung sind individuell unterschiedlich. Die vorausgehende Probeinjektion hilft dabei, jene Patientinnen und Patienten auszuwählen, bei denen die Radiofrequenztherapie voraussichtlich eine Schmerzlinderung bewirken kann.
Die Wirkung kann über mehrere Monate anhalten. Bei entsprechend ausgewählten Patientinnen und Patienten wurde in Studien auch eine länger anhaltende Schmerzlinderung von bis zu 24 Monaten beobachtet.
Lässt die Wirkung im weiteren Verlauf wieder nach, kann nach erneuter fachärztlicher Beurteilung eine Wiederholung der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Welche Vorteile kann das Verfahren bieten?
- ambulante und minimalinvasive Behandlung,
- präzise ultraschallgezielte Durchführung,
- kein Hautschnitt erforderlich,
- in der Regel keine Vollnarkose,
- kein Krankenhausaufenthalt,
- Ziel einer Schmerzlinderung und verbesserten Beweglichkeit im Alltag.
Welche Risiken bestehen?
Wie bei jedem medizinischen Eingriff können Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten. Dazu gehören insbesondere vorübergehende Schmerzen, Blutergüsse oder Beschwerden an den Punktionsstellen.
Selten können Blutungen, Infektionen, Gefühlsstörungen oder Verletzungen benachbarter Strukturen auftreten. Die individuellen Risiken und erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen werden vor der Behandlung persönlich besprochen.
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht die persönliche fachärztliche Untersuchung und das individuelle Aufklärungsgespräch.
Kosten und Abrechnung
Die Radiofrequenztherapie wird als fachärztliche Privatleistung durchgeführt. Nach jedem Behandlungsschritt wird eine gesonderte Rechnung ausgestellt. Verrechnet werden ausschließlich die tatsächlich durchgeführten Behandlungsschritte.
Ausführliche Informationen zu den voraussichtlichen Kosten erhalten Sie vor der Behandlung in der Ordination. Die Bezahlung ist bar sowie mit Bankomat- oder Kreditkarte möglich.
Ob und in welcher Höhe eine Kostenerstattung erfolgt, hängt vom jeweiligen Versicherungsträger beziehungsweise von einer bestehenden Zusatzversicherung ab.
Persönliche Beratung und Terminvereinbarung
Für eine Terminvereinbarung zur fachärztlichen Privatordination kontaktieren Sie uns bitte telefonisch unter
Litzelsdorf: +43 (0) 3358 2412
Kemeten: +43 (0) 3352 5129
jeweils zu den regulären Öffnungszeiten.
Alternativ schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: ordination@drfassl.at.
Bitte geben Sie bei einer Kontaktaufnahme per E-Mail auch Ihre Telefonnummer an.
Bei telefonischer Kontaktaufnahme nimmt unser Ordinationsteam gerne Ihre Daten auf.
Kevin, unser für diesen Behandlungsbereich speziell geschulter diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, ruft Sie anschließend verlässlich zurück, klärt erste organisatorische Fragen und vereinbart mit Ihnen einen persönlichen Termin.

